
E-Zigaretten erfreuen sich wachsender Beliebtheit – doch was steckt eigentlich hinter dem Verdampfungsprozess? Wir werfen einen genaueren Blick darauf, wie sich E-Liquids in Dampf verwandeln und was dabei passiert.
Die Zusammensetzung von E-Liquids
E-Liquids bestehen meist aus Propylenglykol (PG), pflanzlichem Glycerin (VG), Aromen und optional Nikotin. PG sorgt für den intensiven Geschmack und den bekannten „Throat Hit“, während VG für dichten Dampf verantwortlich ist.
Der Verdampfungsprozess
Beim Dampfen erhitzt die E-Zigarette das Liquid durch eine Heizspirale (Coil). Dadurch verdampft das Gemisch, ohne zu verbrennen – im Gegensatz zu herkömmlichen Zigaretten, bei denen Tabak verbrannt und zahlreiche Schadstoffe freigesetzt werden.
Die Hitze wandelt das E-Liquid in Aerosol um, das vom Nutzer inhaliert wird. Dabei verdampfen die Inhaltsstoffe bei unterschiedlichen Temperaturen:
- PG und VG: verdampfen zwischen 180°C und 250°C
- Aromen: können sich je nach Zusammensetzung leicht verändern
- Nikotin: bleibt stabil, kann aber in höherer Hitze stärker wirken
Warum ist das wichtig?
Das Verständnis des Verdampfungsprozesses hilft dabei, das optimale Dampferlebnis zu erzielen. Die richtige Temperatur beeinflusst Geschmack, Dampfentwicklung und den allgemeinen Genuss. Zudem trägt die Qualität der Inhaltsstoffe wesentlich zur Sicherheit beim Dampfen bei.
Egal, ob du sanften Dampf oder intensives Aroma bevorzugst – die Wissenschaft hinter dem Verdampfen sorgt dafür, dass du dein individuelles Dampferlebnis anpassen kannst!
Was beim Verdampfen im Detail passiert
Beim Zug an der E-Zigarette erhitzt der Coil das Liquid auf rund 180 bis 260 °C. Das ist deutlich unterhalb der Verbrennungstemperatur von Tabak (rund 600 bis 900 °C) – und genau das ist der entscheidende Unterschied: Es findet kein Verbrennungsprozess statt, sondern eine physikalische Phasenumwandlung von flüssig zu gasförmig.
Die entstehenden feinen Tröpfchen bezeichnet man technisch als Aerosol, umgangssprachlich als „Dampf“. Da kein Tabak verbrannt wird, entstehen weder Teer noch Kohlenmonoxid noch die mehr als 4.000 Verbrennungsnebenprodukte einer Zigarette.
PG und VG: Das Verhältnis macht den Unterschied
Die meisten Liquids nutzen ein Mischungsverhältnis zwischen 50/50 (PG/VG) und 30/70. Diese beiden Werte haben direkten Einfluss auf dein Dampferlebnis:
- Mehr PG (z. B. 60/40): Intensiverer Geschmack, stärkerer Throat Hit, dünnerer Dampf – ideal für Pod-Systeme und MTL-Dampfer (Mund-zu-Lunge).
- Mehr VG (z. B. 30/70): Weniger Geschmack, milder Throat Hit, dichter sichtbarer Dampf – ideal für Sub-Ohm-Verdampfer und DL-Dampfer (Direct-Lung).
Die Rolle der Aromen
Aromen machen in einem Liquid meist 8 bis 15 Prozent aus. Sie geben dem Dampf seinen Charakter – von fruchtig über tabakig bis hin zu Dessert-Noten. In der EU dürfen nur Aromastoffe verwendet werden, die für Lebensmittel zugelassen sind. Zusätzlich verbietet die TPD (Tobacco Products Directive) bestimmte Zusätze wie Diacetyl, Acetoin und Koffein.
Nikotin: Optional und fein dosierbar
Nikotin ist in E-Liquids optional. Verfügbar sind in Deutschland Stärken von 0, 3, 6, 9, 12 und 18 mg/ml – höhere Werte sind durch die TPD nicht erlaubt. Nikotinsalz-Liquids nutzen eine chemisch veränderte Form, die auch in höheren Dosierungen angenehm zu dampfen ist – ideal für Pod-Systeme und Umsteiger vom Tabak.
Was nicht in den Dampf gehört
Gute Liquids bestehen aus pharmazeutisch reinem PG und VG, lebensmittelechten Aromen und optionalem, TPD-konformem Nikotin. Auf keinen Fall enthalten sein dürfen: Vitamin-E-Acetat (Auslöser der US-Lungenerkrankungswelle 2019), Öle, Zucker in größeren Mengen oder verbotene Aromazusätze. Kauf deshalb ausschließlich beim Fachhändler oder im zertifizierten Online-Shop.